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Korfu - Ionisches Nordmeer

Das nördliche Ionische Meer – Zwischen Sturm, Delfinen und karibischer Idylle

Ein Segeltörn im Ionischen Meer im Juni – auf dem Plan stand Entspannung, gutes Segeln und griechische Buchten. Doch auch dieser Törn hielt wieder einige Überraschungen bereit.

Tag 1: Sturm bremst den Start
Dank Early Check-in konnten wir das Boot bereits um 13:30 Uhr übernehmen – eigentlich mit dem Ziel, gleich noch auszulaufen. Doch draußen auf dem offenen Meer tobte ein Sturm, und so entschieden wir uns, die erste Nacht sicher im Hafen zu verbringen. Rückblickend eine gute Entscheidung.

Tag 2: Wechselhaftes Wetter und 7 Beaufort am Festland – Notio Steno Kerkiras
Die Wetterlage war unklar: Während für die Westseite Korfus Wind mit bis zu 8 Beaufort vorhergesagt war, sollte es Richtung Festland deutlich ruhiger bleiben. Also wagten wir uns hinaus, mit dem Plan, gegebenenfalls zurückzukehren. Anfangs war das Segeln gut, später frischte der Wind stark auf – nicht wie prognostiziert 3, sondern satte 7 Beaufort, dazu etwa 1 Meter Welle.
Nach einem fordernden Segeltag wurden wir mit einer traumhaften Bucht belohnt, in der wir sicher mit Landleine lagen.

Tag 3: Seekrank, Schaden und starker Wind – Agios Giannakis
Die Nacht vor Anker war ruhig. Weiter ging es entlang der Küste vorbei an Parga. Der Wind kam mit 4–5 Beaufort schräg von hinten, begleitet von 1 Meter Welle – eine fordernde Kombination, die ein Crewmitglied seekrank werden ließ. Außerdem verabschiedete sich der Block der Großschot – er musste noch in der Bucht getauscht werden. Am Abend lag das Boot schließlich sicher vor Agios Giannakis.

Tag 4: Paxos ruft – mit Anker-Herausforderung in Paralia Kipiadi
Bei Flaute starteten wir Richtung Süden. Ab Höhe Perdika frischte der Wind auf, und wir segelten entlang der Festlandküste, bevor wir den Sprung zur Insel Paxos wagten. Statt in die touristischen Orte einzulaufen, entschieden wir uns für eine abgelegene Bucht bei Paralia Kipiadi. Der Ankergrund war jedoch herausfordernd – felsig und unzuverlässig. Erst beim vierten oder fünften Versuch hielt der Anker. Doch die Mühe wurde belohnt – eine traumhaft ruhige Bucht in wunderschöner Umgebung.

Tag 5: Gaios & Lakka – karibisches Flair im Mittelmeer
Der Tag stand im Zeichen der Entspannung. In Gaios legten wir kurz an, um Frischwasser zu bunkern und den Proviant aufzustocken. Danach weiter in die Bucht von Lakka, die nicht umsonst als „Karibik des Mittelmeers“ bezeichnet wird: türkisblaues Wasser, geschützte Lage – ein Highlight des Törns. Interessant war hier das Schwojverhalten der Boote: Anders als gewohnt lagen die Boote nicht alle in eine Richtung – was beim Ankern und dem Schwojradius einiges an Aufmerksamkeit erforderte.

Tag 6: Delfine und Amwindkurs zurück zum Heimathafen
Die Wettervorhersage kündigte Regen für den Abend und den folgenden Tag an – daher brachen wir früh auf. Zunächst mussten wir etwa zwei Stunden motoren, dann konnten wir bei gutem Wind in den Amwindkurs gehen und etwas kreuzen. In der Schwachwindphase wurden wir noch einmal belohnt: Delfine tauchten neben dem Boot auf – ein krönender Abschluss.
Am Nachmittag erreichten wir unseren Heimathafen und beendeten den Törn etwas früher als geplant – angesichts des aufziehenden Wetters die richtige Entscheidung.

Fazit: Ein abwechslungsreicher Törn mit Wetterkapriolen, starken Segelbedingungen, idyllischen Buchten – und natürlich Delfinen.

Skipper Oliver

Bilder des Törns